Landesbeauftragter Franz-Josef Sickelmann vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg überreichte heute in Butteldorf in der Gemeinde Elsfleth zwei Förderbescheide in Höhe von rund 400.000,- € an das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft GmbH und die COSMOS UG aus Elsfleth. Die Projektträger erhalten eine Förderung im Rahmen der Förderrichtlinie „Soziale Innovation“, in deren Mittelpunkt die Entwicklung und Erprobung neuer, innovativer und übertragbarer Ansätze und Lösungen stehen, um den sozialen Herausforderungen vor Ort zu begegnen. Die Niedersächsische Landesregierung hat damit die Möglichkeit eröffnet, lokale und regionale Bedarfe und gute Ideen finanziell zu fördern.

„Angesichts der Herausforderungen, vor die uns der demografische Wandel besonders in den ländlichen Räumen stellt, werden innovative neue Ansätze benötigt, um in der Arbeitswelt und bei der Daseinsvorsorge gut gerüstet zu sein. Die Digitalisierung bietet eine Chance, damit diese Weichenstellung gelingt. Die jetzt geförderten Projekte „ManKom – Management von Kompetenzverschiebungen“ des Bildungswerks der Niedersächsischen Wirtschaft GmbH und das Projekt der COSMOS UG „MoPo – Mobilitätsportal für das Gesundheitswesen“ sind hervorragende Beispiele,“ erklärte Landesbeauftragter Franz-Josef Sickelmann anlässlich der Übergabe der Förderbescheide.

Das Projekt ManKom – Management von Kompetenzverschiebungen unterstützt Firmen in der Region Weser-Ems im Rahmen der Digitalisierung. Es wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds in Höhe von 181.768,82 € gefördert. Ob es um die Entwicklung neuer Produkte, ihre Herstellung oder den Vertrieb geht: Neue Technologien halten derzeit Einzug in alle Bereiche. Doch die digitalen Möglichkeiten werden in den Unternehmen häufig nur auf einer technischen Ebene realisiert. „Um die digitalen Techniken wachstumsorientiert einzusetzen, brauchen wir jedoch die menschlichen Fähigkeiten. Diese sind das Anlagevermögen der Zukunft. Beschäftigte, die das maschinelle Lernen vorantreiben, sind die Voraussetzung für fortschrittliche Wirtschaftsstandorte“, sagte Tobias Lohmann, Sprecher der Geschäftsführung des BNW.

Das mit 229.847,61 € geförderte Projekt „MoPo gesund – Mobilitätsportal für das Gesundheitswesen“ hat eine Antwort für eine flexible und vernetzte Mobilität zur besseren Erreichbarkeit von Gesundheitszentren insbesondere für den ländlichen Raum entwickelt. Über ein webbasiertes Portal sollen die Bedarfe von Patienten, Besuchern und Mitarbeitern ohne oder eingeschränkte individuelle Mobilitätsmöglichkeiten (ältere Menschen, Jugendliche ohne Führerschein, sozial schwache Menschen) erfasst und mit nachhaltigen Mobilitätsalternativen (ÖPNV und Ride-Sharing) vernetzt werden.

Am Beispiel des Flächenlandkreises Wesermarsch soll eine entsprechende Kommunikations- und Sensibilisierungskette unter Einbezug und mit Unterstützung vieler regionaler Institutionen etabliert und erprobt werden. Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg ist sich sicher, dass mit der Entwicklung dieser alternativen Partizipationsstrategie mit Fokus auf spezifische Mobilitätsbedarfe (hier Versorgung Gesundheit) gerade in ländlichen Gebieten der Erfolg nachhaltiger Mobilitätskonzepte gefördert und Türen für neues Denken geöffnet werden können.

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Die mobile Einheit zur Luftschadstoffmessung wurde von COSMO 2018 in Reaktion auf die aktuelle Dieseldebatte in deutschen Städten entwickelt.
Stationäre Messstationen können nur punktuell Schadstoffbelastungen in einer Stadt aufzeigen und sind zudem oft mit Messfehlern behaftet, die sich aus verzerrenden Bedingungen am Messpunkt ergeben. Mit der mobilen Einheit zur Luftschadstoffmessung von COSMO hingegen, kann ein flächendeckendes Bild der Schadstoffbelastung einer Stadt oder Region erzeugt werden.
Die Datensammlung erfolgt idealerweise in Kombination mit anderen Dienstleistungen, z. B. bei der Zustellung von Briefen, Paketen, Lieferdiensten etc. Die mobile Einheit zur Luftschadstoffmessung von COSMO ist daher als Add-On für den MOVR der Firma Rytle erhältlich.
Die Messwerte werden automatisch auf eine Plattform übertragen und dort in verschiedenen interaktiven Dashboards visualisiert.

Verfügbare Messwerte:
Feinstaub (PM 10)
Feinstaub (PM 20)
Kohlenmonoxid (CO) – in Vorbereitung
Stickstoffdioxid (NO2) – in Vorbereitung
Ozon (O3) – in Vorbereitung

Weitere Messdaten:
Luftdruck
Lufttemperatur
Luftfeuchtigkeit
Zeitstempel
Geokoordinaten

Messintervall:
2 Sekunden
Beliebige Aggregation

Das vollständige Datenblatt finden Sie hier:
Datenblatt Mobile Feinstaubmessung_neu_4295

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Termin: 07. Mai von 13:00 – 16:30 Uhr

Ort: Alte Pastorei – Butteldorf 10 – 26931 Elsfleth

ZIELE DES INNOVATIONSWORKSHOPS
Im Projekt „ZMo-Gesund“ wird aktuell bewertet, welche integrativen Mobilitätsangebote möglich sind, um Mobilitäts-
bedarfe im Gesundheitssektor zu decken. Darüber hinaus soll untersucht werden, wie auch das gesamte regionale
Verkehrssystem mit Hilfe eines Open Data-Ansatzes von einem solchen Ansatz profitieren kann. Im Ergebnis sollen
digital verfügbare Daten spezifiziert und dahingehend geprüft werden, inwieweit sie gemeinsam mit existierenden
Daten aus der mCloud (Datenportal des BMVI) und weiteren Quellen als effektive Steuerungs- und Prognosebasis für
die Verbesserung vorhandener Verkehrsströme der Gesundheitszentren genutzt werden können. Daraus resultie-
rende Daten sollen wiederum veredelt in die mCLOUD zurückfließen und hier für verschiedene Steuerungsebenen im
regionalen Verkehrssystem zur Verfügung stehen. Im Innovationsworkshop sollen nun verschiedene Möglichkeiten
und Hindernisse der (möglichst nachhaltigen) Befriedigung vorhandener Mobilitätsbedarfe im Hinblick auf ihre Um-
setzbarkeit innerhalb einer Open Data-Plattform diskutiert werden. Dazu gehört auch die Entwicklung eines Geschäfts-
modells für den zukünftigen Betrieb einer solchen Plattform.

WARUM SOLLTEN SIE TEILNEHMEN?
Wir werden Ihnen einen Einblick in den aktuellen Stand der Bewertung geben und mit Ihnen vorhandene Mobilitäts-
herausforderungen und -lösungsmöglichkeit diskutieren. Gemeinsam werden wir vorhandenen Chancen im Umgang
mit digital verfügbarer Daten bewerten und konkrete Anwendungszusammenhänge erschließen. Mit Ihrer Teilnahme
können Sie die Anforderungen, Inhalte und Formen zukünftiger Angebote mitgestalten und somit an der Entwicklung
eines innovativen Open Data-Ansatzes im Rahmen der Digitalisierung von Mobilitätssystemen mitwirken und so auch
selbst neue Erkenntnisse gewinnen.

PROGRAMM

13.00 Uhr Eintreffen und come together

13.30 Uhr Einführung in Programm und Ablauf
Moderator | Karsten Uphoff

13.40 Uhr
Grußwort
Dr.-Ing. Dr. rer. nat. Magnus Buhlert
Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz
Leiter des Referats 56, Mobilität der Zukunft, Elektromobilität, alternative Antriebe,
klimagerechte Treibstoffe

13.55 Uhr
Impulsvorträge
• Potentiale und Darlegung des Projekts ZMo – Gesund: Zielgruppenorientier-
ter Mobilitätsketten im Gesundheitswesen
Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg, Geschäftsführer COSMO GbR, Pro-
fessur „IKT in Transport und Logistik“ Hochschule Bremerhaven
• Digitalisierung und Erfassung von Mobilitätsdaten – Möglichkeiten und Chan-
cen für kommunale Verkehrssysteme?
Roland Hentschel, stellv. Leiter Wirtschaftsförderung Stadt Oldenburg, Vor-
standsvorsitzender OLEC e. V.
• Patienten- und Besucherverkehre – Möglichkeiten und Chancen für Kliniken?
Martina Heyen, Leitung Zentralbereich Vorstand Klinikum Oldenburg

14.30 Uhr Kuchen und Gespräche

15.00 Uhr Arbeitsrunden und Diskussion zu Themenschwerpunkten Daten (-schutz),
Geschäftsmodelle und Patientenwohl

16.30 Uhr Ende der Veranstaltung

ANMELDUNG
Die verbindliche Anmeldung ist bis zum
03. Mai 2018 möglich. Bitte beachten
Sie, dass die Teilnehmerzahl aus Kapazi-
tätsgründen begrenzt ist. Die Teilnahme
ist kostenfrei.

Anmeldung: info@cosmo-mobility.org
Ein Shuttlebus wird am ZOB Oldenburg
eingerichtet, um eine nachhaltige An-
und Abreise zu gewährleisten. Bitte tei-
len Sie uns in Ihrer Anmeldung mit, ob
Sie diesen nutzen möchten.

VERANSTALTUNGSORT
COSMO GbR
Butteldorf 10
26931 Elsfleth

VERANSTALTER
„ZMo-Gesund: Zielgruppenorientierte Mobilitätsketten
im Gesundheitswesen“ ist ein vom Bundesministerium
für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördertes Pro-
jekt. Die Projektpartner sind:
• Cosmo GbR – Customer-Oriented Sustainable
Mobility Organisation, Elsfleth
• ecco Unternehmensberatung GmbH, Oldenburg
• GIS-Plan-Service, Oldenburg
Das Projekt wird unterstützt von
• Pius-Hospital Oldenburg Medizinischer Campus
Universität Oldenburg
• Klinikum Oldenburg AöR
• Stadt Oldenburg

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Bürger – Schnack „Mobilität durch Mitfahren & Mitnehmen“
Mittwoch, 21. Februar 2018, 18.30–20.00 Uhr
(Einlass ab 18 Uhr)
Schweier Krug, Lindenstraße 25, 26936 Stadland-Schwei


ab 18.00Uhr
Eintreffen & Anmeldung


18.30 Uhr
Begrüßung & Einführung zum Veranstaltungsablauf
Landkreis Wesermarsch & IGES Institut GmbH


18.40 Uhr
„Erreichbarkeitssicherung durch Mitfahren und Mitnehmen“
Christoph Gipp, IGES Institut GmbH


18.55 Uhr
Thementische Mitfahren & Mitnehmen
Diskussion in moderiertenTischgruppen zu den Themen
Mitfahrportale (mit Prof. Dr.-Ing.  Benjamin Wagner von Berg, COSMO GmbH)
Bürgerauto/Bürgerbus (mit Christoph Gipp, IGES Institut GmbH)
Mitfahrbank und Dorfauto (mit Tobias Schäfer, IGES Institut GmbH)


19.45 Uhr
Zusammenfassung der Thementische und Ausblick durch die
Moderatoren der Thementische


20.00 Uhr
Ende der Veranstaltung


_________
Mitfahrgelegenheiten zur Veranstaltung:
Der Bürger- Schnack „Mobilität durch Mitfahren & Mitnehmen“ ist als Veranstaltung auf dem
Mitfahrportal flinc eingestellt:
oder
Landkreis Wesermarsch, Poggenburger Str.15, 26919 Brake
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Ökologisch einwandfreies Baumaterial, Passivhaus-Standards, Solarenergie, begrünte
Fassaden – immer mehr Architekten, Bauherren und Stadtplaner verschreiben sich der Idee
ressourcenschonend und nachhaltig zu bauen. Menschen, die bewusst wohnen, möchten
ebenso bewusst mobil sein. In modernen Wohnquartieren haben Mieter und Eigentümer
überdurchschnittlich oft den Wusch, auf E-Mobilität umzusteigen, mit Nachbarn Wege und
Fahrzeuge teilen. Im Idealfall soll komplett auf das eigene Auto verzichtet werden.
Für das Bedürfnis nach bewusster Mobilität bietet COSMO maßgeschneiderte Carsharing-
/Carpooling-Konzepte.

Unsere Leistung:
Wir helfen Architekten, Genossenschaften und Bauträgern mit dem Ziel, ein individuelles, zum
Projekt passendes Mobilitäts-Modell zu kreieren. Dabei spielen natürlich Anzahl und
Bedürfnisse der Bewohner, die Art des Fahrzeugpools, Anzahl und Art der Ladepunkte, die
Finanzierung der Fahrzeuge sowie Kosten und Nutzen des Konzepts eine wichtige Rolle.
Mit unseren Partnern sind wir in der Lage, marktführende und innovative Software und
Hardware in die Projekte einzubringen und somit den Erfolg langfristig zu sichern. Wir
garantieren mit unserem Know-How aus der Praxis eine extrem leichte und komfortable
Fahrzeugbuchung, die alle Kundenanforderungen erfüllt. Zudem bietet COSMO alle Tools für
Kunden und Betreiber, die Verwaltung und Nutzung von Carsharing-Fahrzeugen effektiv und
zu einem wahren Vergnügen machen.

Und so funktioniert es:
Gebucht wird das Fahrzeug kinderleicht über eine App, die auf jedem Handy oder Tablet
optimal funktioniert (natürlich gibt es auch Lösungen für den Laptop und PC). Reservieren,
Losfahren und Wiederabstellen der Autos ist für alle Nutzer vollkommen einfach und
fehlerresistent. Mit der Verwaltungssoftware hat der Administrator des Fahrzeugpools zudem
immer die perfekte Übersicht über alle Buchungen, die zurückgelegten Strecken und den
Zustand der Autos. Eventuelle Störungen werden sofort gemeldet. Die Schlüssel aller
Poolfahrzeuge können in einem vollautomatischen Schrank im Gemeinschaftsbereich
verwahrt oder sogar im Fahrzeug – mit entsprechender In-Car-Technologie – deponiert
werden. Die Schlüsselkästen bzw. die Autos selbst öffnet der autorisierte Nutzer einfach mit
PIN oder über die App.

Auch für die Abrechnung der Fahrten gibt es die passende Lösung:
Sofern erwünscht, können die Kosten jeder einzelnen Fahrt nach Ende sofort abgebucht
werden. Wenn für die Wohneinheiten E-Autos genutzt werden sollen, hat COSMO auch hier
Lösungen mit allen Funktionen, die ein reibungsloses Laden und Nutzen der Fahrzeuge
garantieren.

COSMO – Wir sind Ihr Schlüssel zur nachhaltigen Mobilität – 
so individuell wie die Bedürfnisse Ihrer Nutzer

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Die am 01.11.2017 gestartete Durchführbarkeitsstudie “ZMo-Gesund: Zielgruppenorientierte Mobilitätsketten im Gesundheitswesen” wird über das mFUND-Programm (www.mfund.de) durch das BMVI gefördert und unter der Konsortialführerschaft von COSMO gemeinsam mit den Beratungsunternehmen ecco und GPS-Knie bearbeitet.

Gesamtziel des Vorhabens

Die zunehmende Spezialisierung und Konzentration von Gesundheitszentren, Kliniken und spezifischen Einrichtungen wie z.B. Dialysezentren wirken sich auch auf die Verkehrsströme der Besucher und Patienten innerhalb einer Region aus. Aber auch die Mitarbeitenden und Dienstleister sind davon betroffen. Der Bedarf an medizinisch bedingten Fahrten wird zukünftig weiter steigen.

Einrichtungen des Gesundheitswesens sind in der Regel in den Ober- und Mittelzentren zu finden. Fachärzte und auch Allgemeinärzte finden sich überwiegend in den größeren Orten der jeweiligen Gemeinden. Diese Situation wird dadurch verschärft, dass in ruralen Gebieten aufgrund des Bevölkerungsrückganges, der damit verbundenen Änderung der Bevölkerungsstruktur (Abnahme der Schülerzahlen und Anwachsen der älteren Bevölkerung), ein flächendeckender öffentlicher Personennahverkehr zunehmend nicht mehr zu adäquaten Kosten aufrechterhalten werden kann.

Im Ergebnis wird die fortschreitende Zentralisierung und Bündelung dazu führen, dass sich die Einzugsgebiete der Gesundheitseinrichtungen stark vergrößern und die Anfahrtswege verlängern. Absehbar ist auch, dass sich die finanziellen Mittel auf Seiten der Kommunen in den kommenden Jahren nicht wesentlich steigern werden, d.h. die Möglichkeiten der öffentlichen Hand, vorhandene Mobilitätsbedarfe durch Ausbau des vorhandenen ÖPNV-Angebots zu decken, sind begrenzt.

Die Bereitschaft der Patienten (oder auch die Notwendigkeit) zur Anreise in entfernte und zumeist spezialisierte Gesundheitseinrichtungen ist für die Leistungserbringer Chance und Risiko zugleich. Auf der einen Seite eröffnet sie Möglichkeiten, das Einzugsgebiet für spezifische Leistungen zu erweitern und vorhandene Fallzahlen zu erhöhen. Auf der anderen Seite verstärken diese neuen Bedarfe vorhandene Mobilitätsprobleme in den (urbanen) Zentren sehr direkt: überfüllte Parkplatzflächen, Parkplatz-Suchverkehre etc. Es besteht daher in vielen Regionen ein allgemeines Interesse der beteiligten Leistungsträger (mit jeweils nicht unerheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für die Region) und kommunalen Autoritäten daran, Lösungen für die aufgezeigten Mobilitätsprobleme zu finden. Eine weitere Fragestellung ergibt sich somit hinsichtlich der Auswirkungen dieser Zentren auf die Mobilität der Region und wie mögliche datenbasierte Anwendungen aussehen können.

In der Regel weisen Gesundheitseinrichtungen, wenn sie keine überregionale Spezialisierung vorsehen, eine relativ fest umrissene Regionalität auf. Das Einzugsgebiet kann relativ exakt beschrieben werden.  Auf der einen Seite existieren damit gut planbare regionale “Mobilitäts-Kulissen”: Kliniken wissen bspw., wann welche Patienten ihre Einrichtung aufsuchen werden und woher sie kommen – sie wissen also welche Mobilitätsbedarfe vorhanden sind bzw. erwartet werden können. Auf der anderen Seite versuchen verschiedene Mobilitätsanbieter (ÖPNV, Carsharing, Bürgerbusse, Parkraumbetreiber etc.) ihre Angebote auf Grundlage besserer Planung attraktiver zu gestalten bzw. überhaupt erst möglich zu machen. Hier erscheint die Vermutung berechtigt, dass eine gesamt-planerische Integration bzw. die Kooperation spezifischer medizinischer Versorgungseinrichtungen mit verschiedenen Mobilitätsanbietern vorhandene Mobilitätsbedarfe besser befriedigt. Hierfür bedarf es einer integrierten Datenplattform. Dies ist die diesem Vorhaben zugrundeliegende Kernthese.

Hierzu sind vorhandene Nutzen- und Anbieterdaten (bspw. “Wann haben ich einen Termin zur Routineuntersuchung bei meinem Facharzt?”; “Welche körperlichen Einschränkungen habe ich?”; “Welche Mobilitätsangebote kommen für mich überhaupt in Frage?”) in der Form zu integrieren, dass die o.a. Nutzergruppen mit attraktiven Angeboten angesprochen werden können. Auf diese Weise könnten (mit Hilfe multimodaler Mobilitätsketten) Anreize zur Nutzung von Angeboten (vgl. Wagner vom Berg 2015; Wagner vom Berg et al. 2013) gesetzt werden, die das Verkehrsaufkommen nachhaltig reduzieren bzw. das Aufsuchen der Einrichtungen für Patienten, Besucher und Mitarbeitende überhaupt möglich machen. Im Fokus steht somit nicht nur die Verringerung des Verkehrsaufkommens, sondern auch die Schaffung eines individuell bedarfsgerechten Mobilitätsangebots (vgl. Wagner vom Berg 2015), welches dem demographischen Wandel hinsichtlich einer alternden Gesellschaft (persönliche Einschränkung als Verkehrsteilnehmer, Verunsicherung bei der Fahrt in eine unbekannte Stadt, Einbindung von Familienmitgliedern etc.) Rechnung trägt.

Im Zuge der hier geplanten Durchführbarkeitsstudie soll nun untersucht werden, welche Nachfrage nach entsprechenden Mobilitätsangeboten aktuell und zukünftig im Gesundheitssektor vorhanden ist und welche technischen, organisationalen und ökonomische Voraussetzungen diese Angebote haben.

Im Ergebnis gibt die Durchführbarkeitsstudie verschiedene Hinweise auf (betriebswirtschaftlich tragbare) innovative Angebote (vgl. Wagner vom Berg et al. 2016a) im hier adressierten Markt für Mobilitätsdienstleistungen:

So könnte im Rahmen einer Phase 2 “Angewandte Forschung und Experimentelle Entwicklung” eine Datenplattform entstehen, die aktuelle Mobilitätsdaten von Patienten, Mitarbeitenden und Besuchern bspw. mit Daten aus der aktuellen Situation der Verkehrs- und Parkraumsituation rund um das jeweilige Gesundheitszentrum zusammenführt und so Suchverkehre in Einrichtungsnähe oder auch Verkehrsverdichtung auf Zubringerstraßen verhindert. Diese Datenplattform könnte als zentraler Bestandteil des Besuchermanagements von den Krankenhäusern selbst betrieben werden. Es ist aber auch die unabhängige Bereitstellung durch einen Anbieter als Software-as-a-Service denkbar. Weiterhin ist durch Integration in ein (sofern vorhandenes) kommunales Verkehrsleitsystem ein signifikanter Mehrwert zu erwarten, z. B. indem auf Basis besserer Prognosen mit Big Data (vgl. Wagner vom Berg et al. 2016b) geplant werden kann.

Dem Besucher könnten auf dieser Basis per App Dienste zur Planung seiner Mobilität bereitgestellt werden, die ihm sowohl eine Reiseplanung und -assistenz bietet (vgl. Wagner vom Berg 2015). Eine Erfassung und Berücksichtigung der Mobilitätsbedarfe in ihrer Gesamtheit ermöglicht wiederum eine Bündelung der Bedarfe. Eine solche Bündelung manifestiert sich als Ergebnis u.a. in dem Angebot und der effizienten Organisation von Fahrgemeinschaften. Fahrgemeinschaften sind dazu geeignet, ein fehlendes öffentliches Mobilitätsangebot zu substituieren und führen im Ergebnis zu einer Reduktion der Einzelfahrten und damit zur Entlastung des Verkehrssystems.  Hierbei können neuartige Systeme zur dynamischen Bündelung und für die dynamische Routenplanung zum Einsatz kommen, welche sowohl Daten konsumieren als auch Daten liefern und Mobilitätssysteme mit unterschiedlichen Systemgrenzen (z.B. Gesundheitszentrum, Region) optimieren. Die öffentliche Datenplattform mCloud spielt hierbei eine zentrale Rolle.

Langfristiges Ziel ist die bedarfsgerechte Sicherung der Mobilität der Menschen, welche die Gesundheitseinrichtungen besuchen und zwar zu angemessenen Kosten für den Mobilitätsanbieter (wobei noch offen ist, welche Organisationen das sind) und zu bezahlbaren Preisen für die Mobilitätsnachfrager.

 

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